Meningokokken
Kurzübersicht:
Eine Infektion mit den Meningokokkenerregern tritt auf der ganzen Welt auf und kann in jedem Lebensalter auftreten – meist aber trifft es Jugendliche und Kleinkinder. Bei ungefähr 10 Prozent der weltweiten Bevölkerung kann man die gramnegativen Meningokokken im Nasen-Rachenraum vorfinden, allerdings entwickeln diese Personen aus ungeklärten Gründen keine Krankheitsbilder.
Die Erregerkeime sterben meist außerhalb eines Körpers schnell ab und so ist ein Zusammentreffen von Menschen ohne engeren Körperkontakt nicht gleich für eine Infektion verantwortlich.
Wie kann ich mich infizieren?
Meningokokken werden durch die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, z.B. durch Küssen, Anniesen oder Anhusten.
Sind sie einmal bei einem neuen Wirt angekommen, heften sie sich dort an die vorhandenen Schleimhäute und harren dort teilweise über Monate aus.
Ist das Immunsystem nun z.B. durch eine eigentlich harmlose Erkältung angegriffen, vermehren sich die Bakterien rasch und können dann die gefährliche Hirnhautentzündung oder auch Blutvergiftungen auslösen.
Die Inkubationszeit beträgt normalerweise ungefähr 3 bis 4 Tage – kann aber auch zwischen 2 und 12 Tagen liegen.
Mit einer Ansteckungsfähigkeit ist 24 – 48 Stunden nach dem Beginn einer erfolgreichen Therapie mit Antibiotika nicht mehr zu rechnen.
Wer sollte geimpft sein?
Alle Kinder sollten im 2. Lebensjahr geimpft werden – ist dies nicht der Fall, kann noch bis zum 18. Lebensjahr nachgeimpft werden.
Außerdem sollten alle Personen mit dem erhöhtem Risiko einer Infektion geimpft werden, wie z.B. bei beruflich bedingten Risiken oder auch bei Personen, die zu einem schwachen Immunsystem neigen.
Auch Patienten mit einer Erkrankung der Milz sollten auf einen vorhandenen Impfschutz achten.
Ebenso sollten sich Reisende in Gebiete, in denen Meningokokken-Infektionen gehäuft auftreten, impfen lassen.
Die Meningokokken-Impfung kann mit anderen Schutzimpfungen vorgenommen werden. Besondere zeitliche Abstände zu den anderen Impfungen sind nicht bekannt.
Symptome einer Meningokokken-Infektion:
Bei Kleinkindern und Säuglingen können Fieber und Erbrechen, Reizbarkeit aber auch eine starke Schläfrigkeit vorkommen. Auch Krämpfe und eine vorgewölbte oder harte Fontanelle auftreten können ernste Anzeichen einer Infektion sein. Eine Nackensteifigkeit kann auftreten, kann aber auch ausbleiben.
Bei Meningokokken-Infektionen kommt es häufig zu Kopfschmerzen und Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und einem heftigen Krankheitsgefühl ( ähnlich einer echten Grippe ).
Großflächige Einblutungen in die Haut sind typisch für eine Meningokokkenerkrankung.
Bei einer Meningitis können Erbrechen und Nackensteifigkeit auftreten, auch Reizbarkeit, Schläfrigkeit und das Auftreten eines Komas kommen vor.
Bei septischen Verläufen ( Blutvergiftung ) kann es zum Blutdruckabfall kommen, im schlimmsten Fall folgt dann ein mutiples Organversagen. Auch die gefürchtete Nekrosen bis hin zur Gangrän der Gliedmaßen kann auftreten. Meist ist dann eine Amputation erforderlich.
Eine Infektion mit Meningokokken kann bei bis zu 25 Prozent aller Fälle zu Komplikationen führen.
Trat eine Meningitis auf, kann es anschließend zu psychosomatischen Entwicklungsstörungen, Krampfanfällen, erhöhtem Innendruck des Hirns, negative Beeinflussung des Intellekts mit folgenden Lernschwierigkeiten und einer starken Schädigungen des Innenohrs mit folgender Taubheit kommen. Komplikationen nach septischen Verlaufsformen reichen von begrenzten Nekrosen bis zu ausgedehnter Gangrän der Gliedmaßen, die eine Amputation des befallenen Körperteils erforderlich machen können, mit nachfolgenden schweren Behinderungen.

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