Magen-Darm-Erkrankungen II
Magen – Darm – Beschwerden
Anatomische Grundlagen:
Ein aufgeblähter Bauch, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder aber auch Verstopfung können einen manchmal ganz schön aus der Bahn werfen.
Wohl jeder hat es schon einmal erlebt, dass man von der Toilette gar nicht mehr “runterkommt”. Ein Magen – Darm – Infekt ist oft eine kurze, aber sehr unangenehme Erkrankung.
Doch welche unterschiedlichen Ursachen gibt es ? Und was kann man tun, damit eine Magen – Darm – Verstimmung schnell wieder verschwindet ? Es muss nicht immer gleich der Gang zum Arzt sein – Sie selbst können durch Ihr Wissen um die diversen Erkrankungen am meisten dazu beitragen, dass es Ihnen schnell wieder besser geht. Ihr Magen – Darm wird es Ihnen dankten !
Die Anatomie des Darms:
Ungefähr sieben Meter Länge misst unser Darm in all seiner Pracht. Kaum zu glauben, aber wahr! Und würde man ihn mit all seinen Falten, Zotten, Windungen und Auswüchsen aufklappen können, wäre er ca. 300 – 500 qm groß.
Im Laufe eines Lebens wälzen sich ca. 30.000 Kilogramm Nahrung und ca. 50.000 Liter Flüssigkeit durch das Wunderwerk Darm. Er besitzt Millionen von Nervenzellen, die ein ganz eigenes Netzwerk bilden und dem des Zentralen Nervensystems stark ähneln – deshalb wird der Darm auch als ” Bauchhirn ” bezeichnet.
Außerdem ist der Darm unser größtes Immunorgan, denn weit mehr als 70 Prozent der Abwehrzellen sind hier zu Hause. Eine gesunde Darmflora ist genau deshalb so wichtig für ein starkes Immunsystem.
Wer einmal einen Magen-Darm-Infekt hatte, der weiß, wie wichtig eine gesunde Darmflora für unser Wohlbefinden ist. Da unser Darm aber eher ein unauffälliger Mitbewohner unseres Körpers ist, bemerken wir Ihn meist erst, wenn er überfordert und krank ist.
Wenn Sie nun aber denken, dass Sie alleine mit dem Thema Magen-Darm-Erkrankungen sind – weit gefehlt! Ungefähr jeder 4. Bundesbürger leidet unter Verstopfungen ( Obstipation ) und ca. ein Drittel der Deutschen hat mindestens einmal im Jahr eine Durchfallerkrankung durchzumachen. Meist ist aber nur die in zu großen Mengen genaschte Schokolade oder ein harmloser Infekt die Ursache für das Übel namens Verdauungsstörung – es kann sich aber auch um Vorboten ernsthafterer Erkrankungen handeln. Die Diagnose Darmerkrankung nimmt in der westlichen Welt rapide zu. Schuld daran sind unter anderem eine schlechte Ernährung, zuviel Stress und damit verbundenes hektisches Essen, ein Mangel an Bewegung, Alkohol und Nikotin. Die Beschwerden reichen vom zweimal im Jahr vorkommendem Durchfall bis zu chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn, das Reizdarmsyndrom oder auch Darmkrebs.
Sehen wir uns einmal unser Verdauungssystem etwas genauer an:
Warum müssen wir unsere Nahrung überhaupt verdauen? Kann sich der Körper die Nährstoffe und Energie nicht aus den halb zerkauten Fleischklumpen ziehen? Nein – kann er nicht ! Denn unser Verdauungssystem muss die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe aufspalten und einmal durch den gesamten Magen-Darm-Kanal transportieren. Die für den Körper wichtigen Nährstoffe werden aus dem Darm über die Darmschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen. Die Bestandteile, die der Körper nicht mehr verwerten kann, werden mit dem Stuhl ausgeschieden.
Unser gesamter Verdauungskanal umfasst den Abschnitt von der Mundhöhle bis zum After. Die oberen Verdauungswege führen von der Mundhöhle ( Zerkleinerung der Nahrung, Einspeichelung ) über den Rachen/Pharynx ( Transportweg von Luft, Nahrung & Flüssigkeit ) zur Speiseröhre/Ösophagus ( Weitertransport der Nahrung ). Der Ösophagus ist ein ca. 30 cm langer Muskelschlauch, welcher hinter unserem Herzen liegt. Wellenförmige Bewegungen schieben den Nahrungsbrei Richtung Magen. ( Wussten Sie, warum man auch schlucken kann, wenn man einen Kopfstand macht?–> Die Speiseröhre ist ein Muskel und aufgrund der wellenförmigen Bewegung kann man auch kopfüber schlucken ). Im Magen angekommen wird der Nahrungsbrei hier gespeichert, durchmischt und verdaut. In der unteren Hälfte kommt die Salzsäure mit ins Spiel, die durch die Zellen der Magenwand abgegeben wird und den Speisebrei ansäuert und somit Bakterien weitgehend abtötet.
Das untere Verdauungssystem umfasst den Dünndarm, die Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Dickdarm, den Mastdarm und den Anus.
Der Dünndarm beginnt am Magenausgang und mündet in den Dickdarm. Er ist ca. 3-5 m lang, dient der eigentlichen Verdauung und der Aufnahme von Nährstoffen. Er gliedert sich in den Zwölffingerdarm ( Duodenum ), den Leerdarm ( Jejunum ) und den Krummdarm ( Ileum ).
Um nun genügend Nährstoffe aus unserem reichhaltigen Mittagessen aufnehmen zu können, hat sich Mutter Natur etwas ganz Pfiffiges einfallen lassen: Die Oberfläche des Dünndarms wird vergrößert! Erreicht wird das durch ca. 500 – 600 ringförmige Falten, diversen Ausstülpungen und Einstülpungen und Millionen mikroskopisch kleiner Zellfortsätze. Ist der Nahrungsbrei nun durch den Dünndarm durch geschoben worden, hat der Körper die meisten Nährstoffe resorbiert.
Im Dickdarm, der ca. 1,2 – 1, 8 m lang ist, wird nun der Rest der Arbeit getan. Der ” kleine Dicke ” unterteilt sich wiederum in den Blinddarm ( wer kennt ihn nicht? ), in den Wurmfortsatz ( hängt an dem Blinddarm dran ), in den Grimmdarm und in den Mastdarm. Die eigentliche Aufgabe des Dickdarms liegt darin, Wasser, wasserlösliche Vitamine und Salze zurück zu resorbieren. Der Inhalt des Darms wird also ” eingedickt ” ( Dickdarm ). Verschiedene Bakterien zersetzen hier den Rest der Nahrung.

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