Noch immer haben viele Menschen Angst vor der Einnahme eines Cortisonpräparates.
Doch ist diese Angst wirklich begründet?
Oder ist das Cortison der heutigen Zeit gar nicht mehr so gefährlich, wie noch vor 20 Jahren?

Ein kurzer Überblick:
Die Substanz Cortison ist eine inaktive Verbindung und muss erst noch durch ein bestimmtes Enzym in der Leber in die eigentliche Wirkform umgewandelt werden – das Cortisol, welches auch unter der Bezeichnung Hydrocortison bekannt ist.
Cortisol wird selbst vom Körper in der Nebennierenrinde gebildet. Für diese Bildung ist unter anderem das Cholesterol eine der wichtigsten Substanzen. Ohne dieses wäre die Entstehung des Hormons Hydrocortison gar nicht möglich.
Morgens zwischen 5 Uhr und 9 Uhr ist die körpereigene Cortisolproduktion am größten – um die Mitternachtsstunde herum hingegen am niedrigsten.

Die Wirkungen von Hydrocortison reichen von der entzündungshemmenden ( antiphlogistisch ) über antiallergische bis hin zur immunsuppressiven Eigenschaften.
Immunsuppressiv heißt in diesem Falle nichts anderes, als das das Hormon viele immunologische Vorgänge im Körper unterdrückt; so zum Beispiel bei Asthmanafällen oder auch bei Allergien.
Auch das Zellwachstum sowie das Wachstum von körpereigenem Gewebe kann verzögert werden.
Der Blutzucker kann durch Cortisol so beeinflusst werden, dass dieser ansteigt.
Deshalb sollte jeder Diabetiker, der ein Cortisonpräparat einnehmen muss, auf eine regelmässige Blutzuckerkontrolle achten, um der Gefahr eines zu hohen Blutzuckers zu entgehen.
Im Gegensatz zu einem hohen Blutzuckerwert kann unter Cortisolbehandlung der Calciumspiegel im Körper so weit absinken, dass bei langer und hoher Cortisolbehandlung im fortgeschrittenen Alter das Osteoporoserisiko ansteigen kann.
Auf die Gefühlswelt hat Hydrocortison die Wirkung, dass sich bei dem Beginn einer Therapie die Stimmungslage extrem verbessern kann.
Diese euphorisierende Wirkung hält allerdings nur relativ kurze Zeit an und kann sich auch in das Gegenteil, nämlich in depressive Verstimmungen, umwandeln.

Die Anwendungsgebiete von Cortisol sind recht vielfältig:
So kann man mit dem Wunderhormon zum Beispiel Rheuma und rheumatische Erkrankungen therapieren, diverse Allergien können vermindert werden und auch bei einem allergischem Schock wird Cortisol eingesetzt.
Bei asthmatischen Beschwerden kann es zur Basistherapie eingesetzt werden sowie bei ausgeprägten Entzündungen der Atemwege.
Ebenso kann der Zustand von entzündete Hautareale verbessert  und auch bei Schuppenflechte und Neurodermitits kann Hydrocortison sehr gut eingesetzt werden.

Die Stärke der Nebenwirkungen unter einer Cortisoltherapie hängen vor allem von der Dauer und der Konzentration ab.
Bei einer kurzzeitigen und niedrig dosierten Gabe sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten.
Muss das Hormon allerdings länger oder in hohen Dosen eingenommen werden, so kann es unter anderem zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Magenschleimhautreizungen
  • Erhöhung des Blutzuckerspiegels
  • Niedriger Calciumspiegel
  • Osteoporosegefahr
  • Gefahr einer Ausbildung eines Diabetes mellitus
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Gewichtssteigerungen
  • Veränderungen der Fettverteilung des Körpers
  • Bildung des typischen Vollmondgesichts
  • Steroidakne / Bildung von kleineren Pickelchen
  • Bindegewebsschwäche
  • Erhöhte Gefahr von Infektionen und Erkältungen
  • Bildung der gefürchteten Pergamenthaut
  • Nasenbluten
  • Glaukom – oder Kataraktbildung bei entsprechender Veranlagung

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