Kurzübersicht:

Eine Erkrankung mit dem Hepatitis B Erreger nimmt in den meisten Fällen einen akuten Verlauf ein, selten manifestiert sie sich zu einer chronischen Infektion. Die Gesamtzahl der Infizierten auf der Welt wird mit ca. 380 Millionen angegeben und die Hepatitis B Infektion gehört damit zu der weltweit am häufigsten vorkommende Virusinfektion.
Etwa ein Drittel der Infizierten haben nach der überstandenen Krankheit nachweisbare HBV-Antikörper.
Als Folgeerkrankung der Hepatitis B können diverse Lebererkrankungen wie Leberzirrhose oder auch Leberzellkarzinome auftreten.

Wie kann ich mich infizieren?

Eine Infektion mit dem HBV erfolgt in den meisten Fällen über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Speichel, Gallenflüssigkeit, Tränenflüssigkeit, Vaginalsekret, Menstruationsblut oder auch die Muttermilch.
Meist reicht schon eine mikroskopisch kleine Verletzung der Haut oder der Schleimhaut, um die Erreger übertragen zu können. Die Gefahr einer Infektion steigt mit der Viruskonzentration der Körperflüssigkeit: Ist eine hohe Anzahl von Erregern in der Körperflüssigkeit enthalten, steigt natürlich die Gefahr einer Übertragung.
Mögliche Übertragungswege sind:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr
  • Kratzen oder Beißen
  • gemeinsames Benutzen von Nagelscheren, Rasierapparaten
  • Drogenkonsum ( mehrmaliges Benutzen des Bestecks von unterschiedlichen Konsumenten )
  • beim Stechen von Piercings oder Tätowierungen
  • durch operative Eingriffe ( medizinisches Personal )SELTEN!
  • durch Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal
  • Übertragung von Mutter auf Kind bei der Geburt
  • durch Blutkonserven SELTEN!

Der Erreger ist ein kleines, umhülltes DNA-Virus, welches zur Familie der Hepadnaviridae gehört.
Es gibt acht verschiedene Genotypen ( a bis h ) und acht Subtypen, die sich regional unterschiedlich verbreiten.

Leider besitzt das HBV eine hohe Resistenz gegenüber Desinfektionsmitteln und es ist auch gegen die Umwelteinflüssen sehr stabil.

Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt ungefähr 60 – 150 Tage – je nach Erregerkonzentration.

Die Ansteckungsfähigkeit besteht unabhängig von den Symptomen der Infektion.
Solange die HBV-DNA sowie bestimmte andere Marker als Merkmale der Virusvermehrung nachweisbar sind, besteht ein Infektionsrisiko!
Das Risiko einer Infektion mit dem HBV hängt vom der Erregerzahl in der entsprechenden Körperflüssigkeit sowie der Art des Kontaktes ab.
Generell muss jeder HBsAg-Positive als möglicher Überträger angesehen werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

  • Medizinisches Personal sowie alle Beschäftigten im Gesundheitswesen sollten eine HBV -Impfung nachweisen können.
  • Generell gilt für Säuglinge, Kinder und Jugendliche eine HBV- Impfung als Standart und sollte auch durchgeführt werden.
  • Personen mit häufig wechselnden Partnern sollten sich ebenfalls impfen lassen.
  • Personen in Heil – und Pflegeberufen
  • Bestatter
  • Pathologen
  • Urlauber / Reisende in Risikogebiete
  • Dialysepatienten
  • Personal und Patienten in psychiatrischen Einrichtungen
  • Polizisten, Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Sozialarbeiter, Gefängnispersonal

Wie wird geimpft?

Geimpft werden kann bei Säuglingen und Kleinkindern nach Vollendung des zweiten Lebensmonats; neugeborene Babies von infizierten Müttern werden gleich nach der Geburt geimpft; bei nichtgeimpften Kindern und Jugendlichen sollte eine Impfung spätestens bis zum 18. Lebensjahr erfolgen. Die gesamte Impfung gegen HBV besteht aus 3 – 4 Impfungen, die in den Muskel erfolgen.
Nebenwirkungen als Impfreaktion können sein:
- Rötung und Schwellung an der Einstichstelle
- Gelenkschmerzen
- Fieber

Die Impfung sollte – je nach Risiko einer Erkrankung und Antikörpertiter – alle 10 Jahre aufgefrischt ( Boosterung ) werden.
Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D!

Wissenswertes:

Bei der akuten HB sollte in bestimmten Fällen eine Therapie mit dem Wirkstoff Lamivudin sowie eine kohlenhydratreiche und fettarme Diät durchgeführt werden. Auch eine Interferon-a-Therapie kann in manchen Fällen sinnvoll sein!

Weitere Informationen zum Thema Hepatitis B erhalten Sie in diesen speziellen Büchern:

Hepatitis B: Infektion – Therapie – Prophylaxe

Technischer Infektionsschutz im Gesundheitsdienst 2



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