Sie fühlen sich häufig müde und abgespannt, leiden unter Haarausfall oder sind oft erkältet?
Wenn Sie diese Symptome bei sich feststellen, könnten Sie an einem Eisenmangel leiden!

Eisen ist ein Spurenelement, welches als Bestandteil des Hämoglobins bekannt ist. Der menschliche Körper besitzt im Durchschnitt etwa 3 Gramm Eisen von denen ungefähr 60 -65 Prozent an den roten Blutfarbstoff der Erythrozyten gebunden sind.
Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport in unseren Blutgefäßen verantwortlich. Sie nehmen den Sauerstoff aus den Kapillaren der Lunge auf und transportieren ihn über den arteriellen Kreislauf in unsere Organe und das Gewebe. Dort wird der Sauerstoff wieder an die Zellen abgegeben und ” verarbeitet “.
Ein erwachsener Mensch hat ungefähr 25 – 27 Billionen von den roten Blutkörperchen in seinem Körper, von denen täglich 1 – 2 Prozent erneuert werden!
Weiter werden knapp 30 Prozent des Eisens in der Leber, der Milz und dem Knochenmark gespeichert. Dort ist das Eisen in den Speicherproteinen Hämosiderin und Ferritin eingeschlossen. Aber auch in der Muskulatur des Herzens und des Skeletts sowie in den unterschiedlichsten Enzymen des Körpers sind kleine Eisenvorräte gespeichert.
Durch das Hormon Erythropoetin (EPO) wird die Produktion von unseren roten Blutkörperchen gesteuert und angeregt. Da EPO nicht vom Körper gespeichert werden kann, wird es permanent von den Nieren neu gebildet.
EPO kann auch als Dopingmittel eingesetzt werden, da es den Körper an einen geringen Sauerstoffgehalt ” gewöhnen” kann ( Höhentraining bei Leistungssportlern…)
Der Bedarf des Menschen an Eisen liegt zwischen 10 mg und 30 mg pro Tag – je nach Alter und individuellem Bedürfnis. So brauchen Jugendliche und vor allem junge Frauen pro Tag mindestens 15 mg Eisen, Schwangere bis zu 30 mg und Stillenden wird eine Aufnahme von bis zu 20 mg Eisen empfohlen. Ältere Personen sollten mindestens 10 mg Eisen pro Tag aufnehmen.
Veganer und Vegetarier haben häufig einen Eisenmangel, da bei ihnen die Eisenquelle ” Fleisch ” entfällt. Diese Gruppe sollte besonders auf eine erhöhte Aufnahme des Spurenelements achten. Auch bei den Frauen ist meist ein Eisenmangel festzustellen, da sie durch die Menstruation sowie durch Schwangerschaft und Stillzeit aber auch durch einseitige Ernährung ( Diäten ) viel zu wenig Eisen aufnehmen bzw. einen erhöhten Verbrauch haben. Aber auch besondere Erkrankungen können zu einem Eisenmangel führen, wie z.B. Blutungen im Magen-Darm-Bereich oder auch Verwertungsstörungen von Spurenelementen und Vitaminen.
Um den Eisenwert feststellen zu können, ist eine Blutabnahme erforderlich, bei der der Serum-Ferritin-Spiegel gemessen werden sollte. Der Eisenspeicher hängt eng mit dem Ferritin-Spiegel zusammen; wird zu wenig Eisen aufgenommen, so wird zuerst der Eisenspeicher geleert. Wird zu diesem Zeitpunkt eine Blutuntersuchung vorgenommen, so liegt der Wert des Serum-Eisens und des Hämoglobins noch im normalen Bereich. Erst wenn der Eisenspeicher auch leer ist, sind alle Eisenwerte deutlich erniedrigt und ein Eisenmangel feststellbar.
Aufgepasst werden sollte allerdings, wenn eine Infektion, ein Leberschaden oder eine Entzündung beim Zeitpunkt der Blutabnahme vorliegt: Liegt einer dieser Faktoren vor, so kann das Serum-Ferritin ansteigen und den eventuell vorhandenen Eisenmangel verschleiern!

Weitere Tipps zur Einnahme von Eisenpräparaten:

  • Eisen sollte – wenn es gut vertragen wird – morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden
  • Dazu am Besten einen Vitamin-C-haltigen Fruchtsaft trinken oder Obst essen, welches viel Vitamin C enthält. Denn das Vitamin verbessert die Resorption des Eisens.
  • Auf die Eisenaufnahme wirken sich allerdings ein paar Lebensmittel schlecht aus und darum sollte der Abstand zwischen Eisenaufnahme und Aufnahme der Lebensmittel mindestens 2 Stunden betragen.
    Schlecht für die Eisenresorption sind: Tee, Kaffee und Milch
  • Noch ein Tipp für die Vegetarier/Veganer: Eisen aus Hülsenfrüchten und Getreide ist leider nicht so gut verwertbar für den Körper, da z.B. Oxalate, Lignine oder Tannine oder auch Phosphate die Eisenresorption hemmen.
  • Eine Zufuhr von Eisen kann den Stuhl schwarz färben ( nicht schlimm) und kann bei empfindlichen Personen zur Obstipation führen.
  • Achtung: Wenn Eisen zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen wird, kann deren Wirkung vermindert oder beeinträchtigt werden! Deshalb bitte immer 2 – 3 Stunden Abstand zu der Einnahme andere Medikamente halten! Interaktionen können auftreten bei: Tetrazyklinen, L-Thyroxin, Levodopa, Penicillamin, Goldverbindungen ( oralen ) , Fluorchinolonen , Bisphosphonate
    Werden zusätzlich Kalzium, Magnesium oder diverse Antazida eingenommen, so kann die Eisenaufnahme gestört werden!

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Laborwerte von A-Z

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