Zwischen 25 und 30 Prozent aller Frauen erkranken ein-oder mehrmals in ihrem Leben an einem Myom. Diese hauptsächlich gutartigen Muskelknoten treten jedoch nur im gebärfähigem Alter auf, denn das Wachstum eines Myoms ist stark östrogenabhängig!
Myome nisten sich vor allem in der Gebärmutter ein und können von dort aus für starke Schmerzen und Blutungen als auch für Unfruchtbarkeit sorgen.
Im Alter, wenn die Östrogenproduktion wieder nach unten sinkt, werden bereits vorhandene Myome meist kleiner und müssen nur noch behandelt werden, wenn sie zu Beschwerden führen.

Doch was genau ist nun ein Myom, wie kann es überhaupt entstehen und welche Beschwerden kann es verursachen?
Und wie sehen die Ansätze der verschiedenen Therapiemöglichkeiten aus?

Was versteht man unter dem Begriff ” Myom “?
Ein Myom wird als nicht bösartiger Muskelknoten definiert und tritt meist in der Gebärmutter auf. Die Entstehung und das Wachstum eines Myoms wird stark von dem Hormon Östrogen gefördert.
Im gebärfähigen Alter treten Myome deshalb gehäuft auf; im Kindes-sowie im Greisenalter so gut wie gar nicht. Eventuell vorhandene Myome reduzieren ihre Größe sobald nur noch sehr wenig Östrogen zur Wachstumsstimulation zur Verfügung steht.

Warum entsteht ein Myom?
Myome entstehen dann, wenn normale Muskelzellen in der Gebärmutter entarten und sie zusätzlich von dem Hormon Östrogen zum Wachstum angeregt werden.
Die sogenannten entarteten Muskelzellen sind sehr “östrogenhaltig”, d.h. sie haben viel mehr Östrogenrezeptoren gebildet als die vollkommen normale Muskelzellen in der Gebärmutter. Wenn vermehrt Östrogenrezeptoren in der Gebärmutter vorhanden sind, regt dies natürlich wieder die Bildung von neuen “entarteten” Zellen an ( da auch mehr Östrogen vorhanden ist ) und die Myome wachsen weiter an.
Meist werden die kleinen Knötchen, die noch keine Beschwerden verursachen, zufällig beim Frauenarzt entdeckt – sind sie jedoch schon größer, können sie zu massiven Beschwerden führen.
Bei den Myomen werden drei verschiedene Arten unterschieden:
-   den subserösen Typ
-   den intramuralen Typ
-   sowie den submukösen Typ

Bei dem subserösen Typ wächst das Myom an der äußeren Wand der Gebärmutter, beim intramuralen Typ hingegen in der Muskulatur  der Gebärmutter.
Bei diesen beiden Arten werden die Beschwerden meist erst ab einer Größe von 40 – 50 mm bemerkt, da sie erst ab einem bestimmten Durchmesser Beschwerden verursachen. Diese können sich sowohl in und um die Gebärmutter herum als auch in anderen Organen wie Blase oder Darm bemerkbar machen. Auch Schmerzen in der Nierengegend können ein Hinweis auf ein eventuell vorhandenes Myom sein.
Bei der dritten Art der Myome, dem submukösen Myom können vermehrt Probleme mit der Blutung , wie z.B. starke Zwischenblutungen oder eine generell starke Blutung auftreten. Hier treten die Beschwerden schon ab einer sehr kleinen Größe des Myoms auf, denn diese Art sitzt direkt in der Gebärmutterhöhle.

Wie wird ein Myom diagnostiziert und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es derzeit?
Ein Myom wird vom Frauenarzt/der Frauenärztin mittels Abtastung und Ultraschall diagnostiziert. Bei der Tastuntersuchung wirkt die Gebärmutter meist größer als normal und fühlt sich uneben und knollig an.
Mit dem Ultraschall kann man dann den meist abgekapselten Knoten, der manchmal auch mit Flüssigkeit gefüllt sein kann ( verjauchendes Myom ), gut erkennen.
Wenn das Gewebe eines Myoms nur unzureichend Blutgefäße ausgebildet hat und somit mangels Nährstoffen nur schlecht versorgt werden kann, stirbt es meist nach relativ kurzer Zeit von selbst ab; dieser Vorgang kann von starken Schmerzen begleitet werden.
Solange ein Myom recht klein bleibt oder nur sehr langsam wächst und keine Beschwerden verursacht, reicht eine halbjährliche Routineuntersuchung vollkommen aus.
Wächst das entartete Gewebe jedoch sehr schnell an oder verbreitet starke Schmerzen und Beschwerden, so sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Eine eventuelle Entfernung des Myoms ist hier in Betracht zu ziehen, denn bei einem sehr schnellen Wachstum kann eine bösartige Gewebsveränderung vorliegen.
Behandelt wird ein Myom, indem man versucht, die Östrogenproduktion zu reduzieren. Denn ist wenig Östrogen vorhanden, so können auch die entarteten Muskelzellen in der Gebärmutter nicht mehr so schnell wachsen.
Als Hilfe stehen hier die diversen Minipillen mit dem Hormon Gestagen, die Mikropillen oder auch der Einsatz einer Spirale zur Verfügung.
Zeigen diese Maßnahmen keine Besserung, so können mit einer speziellen Kathetertechnik die Gefäße verschlossen werden, die das Myom durchbluten und ernähren. Durch die Minderversorgung stirbt das Myom ab und wird vom Körper resorbiert.
Als dritte Option kann man eine Operation in Betracht ziehen – je nach Größe und Lage des Myoms wird sich der behandelnde Arzt für die offene chirurgische oder die minimal-invasive Operation entscheiden.
Ist jedoch die komplette Gebärmutter von Myomen durchsetzt und hat die betroffene Frau die Familienplanung bereits abgeschlossen, so kann auch die gesamte Gebärmutter entfernt werden.




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