Ist ein Diabetiker gut eingestellt und sein Blutzucker langfristig ok, so kann er gut mit ” seiner ” Krankheit leben.
Gefährlich wird es erst, wenn der Diabetes sehr lange unerkannt war und somit erst spät entdeckt wurde, sodass sich bereits ernsthafte Schädigungen im Körper bemerkbar machen konnten.

Aber auch ein schlecht eingestellter Diabetiker mit einem permanent zu hohen Blutzuckerspiegel ist gefährdet; vor allem männliche Diabetiker nehmen ihre Krankheit oft nicht entsprechend ernst und riskieren mit dieser Einstellung schwerwiegende Folgeschäden.
Diese sind – nur um einige zu nennen – Schädigungen der Nieren, Verlust des Augenlichtes, diverse Durchblutungsstörungen sowie Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Bei der Arteriosklerose werden durch den hohen Blutzucker die Gefäße stark geschädigt und auf der Innenhaut der Blutgefäße können sich vermehrt Plaques ablagern. Dadurch wird der Durchmesser der Blutgefäße immer geringer und die Blutdurchflussmenge entsprechend reduziert. Die nun entstehenden Folgen sind eine Verminderung des Sauerstoffgehaltes in den Organen und Geweben, diese werden nur noch wenig mit Sauerstoff und lebenswichtigen Stoffen versorgt, es kann zu einem teilweisem oder komplettem Verschluss des Gefäßes und damit zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten kommen.
Auch die bekannte ” Schaufensterkrankheit ” ( Claudicatio intermittens ) wird durch einen Mangel an Sauerstoff in der Muskulatur hervorgerufen. Bei dieser Erkrankung müssen die Patienten immer wieder stehenbleiben, da die Muskulatur durch die Minderversorgung mit Sauerstoff stark schmerzt. Sie können sich zum Beispiel bei einem Einkaufsbummel immer nur von Schaufenster zu Schaufenster fortbewegen und müssen dann wegen der Schmerzen in den Beinen pausieren – deshalb der Name ” Schaufensterkrankheit “.

Eine andere Folgeerkrankung sind die Makroangiopathien. Hier sind vor allem die großen Blutgefäße an Herz, in den Beinen und im Gehirn geschädigt. Und wieder handelt es sich um eine Minderversorgung der Organe, sie werden nicht mehr richtig mit Sauerstoff und lebenswichtigen Mikronährstoffen versorgt und können infolgedessen nicht mehr so gut ” arbeiten”. Es kommt zu Herzbeschwerden, Minderdurchblutung der Beine und des Gehirns; Schmerzen und Vergesslichkeit sind vorprogrammiert.

Bei den Mikroangiopathien sind meist die kleinsten Blutgefäße, welche vor allem in der Netzhaut des Auges und in den Nieren zu finden sind, betroffen. Hier kann es zu Nierenschäden ( die Niere kann die Stoffwechselendprodukte nicht mehr richtig herausfiltern und in den Harn abgeben ) und Erblindung kommen ( diabetische Schäden der Netzhaut ).

Aber auch Schädigungen der Nerven sind vor allem bei Diabetikern eine sehr häufig vorkommende Späterkrankung.
Als Erkrankungsursachen kommen hier die verminderte Durchblutung der einzelnen Nerven sowie die vermehrt anfallenden freien Radikale ( sogenannter oxidativer Stress ) in Frage. Anzunehmen ist aber, dass mehrere Faktoren zusammenspielen und die Nerven in Mitleidenschaft ziehen. Diese reagieren dann entweder gar nicht mehr ( vermindertes Schmerzempfinden ) oder sie zeigen ein ” Zuviel ” an Reaktionen. Dieses äußert sich dann in Kribbeln, Ameisenlaufen oder Brennen in Armen, Händen, Beinen und Füssen. Aber ebenso können auch Taubheitsgefühle und starke Schmerzen in den Gliedmaßen auftreten.

Bei den autonomen Neuropathien läuft es folgendermaßen ab: Die Steuerfunktion des Nervensystems – welches unabhängig von unserem  Willen funktioniert – fällt aus oder ist in seiner “Arbeitsleistung ” stark eingeschränkt. Hier sind die  Nerven vom Magen-Darm-Trakt und vom Urogenitalsystem betroffen. Die Folgen der Neuropathien können sich als Impotenz, Magen-Darm-Störungen oder auch als Blasenbeschwerden ( Probleme beim Wasserlassen ) zeigen.
Auch die Schweißsekretion kann beeinträchtigt sein und eine Verminderung der Schweißbildung zur Folge haben. Die Haut wird trocken und spröde und schuppt sich leicht. Deshalb sollten gerade Diabetiker immer auf eine gute Hautpflege achten. Regelmäßiges Eincremen der Haut und eine Kontrolle der Intaktheit der Haut an den Füssen ist sehr wichtig! Denn ist die Haut geschädigt und der Diabetiker bemerkt die Verletzung nicht ( siehe vermindertes Schmerzempfinden ), so können sich schnell Keime und Bakterien in die Wunde einnisten und für Entzündungen und weitere Beschwerden sorgen. Da die Wundheilung aber bei den Diabetikern sowieso schon relativ schlecht ist, kann sich eine infizierte Wunde sogar zu einem Gangrän  ( Gewebsnekrosen ) weiterentwickeln. Wird diese Erkrankung dann nicht gleich ausreichend behandelt, kann dies sogar eine Amputation zur Folge haben.
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