Leiden Sie an einer banalen Erkältung oder an der richtigen Grippe ?
Die echte Grippe ist eine durch Influenzaviren ( Gruppe A oder B ) verursachte Erkrankung.
Die Grippeviren kommen in der gesamten Welt vor, ungefähr 10 – 25 Prozent der Menschheit sind bei einer Ausbreitung von der Virusinfektion betroffen.
Die Erreger der Grippe sind die Orthomyxoviren, welche in die unterschiedlichen Typen A, B und C unterteilt werden.
Für den Menschen sind nur Influenza-A- und -B-Viren wichtig.
Für die diese Viren ist es typisch, dass sie durch spikeartige Oberflächenstrukturen, die durch die Glykoproteine Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA) gebildet werden, gekennzeichnet sind.
Zur Zeit werden 16 verschiedene HA- und 9 NA -Arten unterschieden.
Die Influenza-A-Viren werden nach dem Typ und Subtyp benannt, z.B. A/H2N1.
Bei der Influenza B sind keine Untergruppen vorhanden.
Das HA ist hier die Hauptkomponente, welche die Immunantwort auslöst. Das zweite Hüllantigen – die virale NA – spielt eine wichtige Rolle bei der Freisetzung von neu gebildeten Viren aus der Zelle.
Das Influenza – A -Virus kommt beim Menschen als auch bei bei Säugetieren ( wie Pferde und Schweine) vor; das eigentliche Reservoir von Influenza-A-Viren sind jedoch die Vögel ( hauptsächlich Wasservögel ).
Die menschliche und die tierische Influenzaviren unterscheiden sich, indem sie sie sehr spezifisch an unterschiedliche zelluläre Rezeptoren binden.
Das Schwein hingegen hat Rezeptoren sowohl für die menschlichen als auch für die tierischen Influenzaviren!
Die Influenza-B-Viren treten nur bei den Menschen auf!
Wie kann ich mich infizieren?
Die Übertragung des Grippevirus erfolgt über die Tröpfcheninfektion, so werden z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen die Tröpfchen ausgestoßen. Diese sind ca. 5 µm und teilweise auch größer; sie können über eine sehr geringe Distanz auf die Schleimhäute von benachbarten Personen gelangen.
Es kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass man sich an einzelnen Tröpfchenkernen, die kleiner als 5 µm sind und sich somit länger in der Luft halten können, infizieren kann.
Außerdem kann man sich durch den direkten Kontakt der Hände zu mit virushaltigen Sekreten kontaminierten Oberflächen und dem anschließendem Hand-Mund/Hand-Nasen-Kontakt anstecken (!!! Händeschütteln !!!).
Die Influenzaerreger sind als behüllte Viren gegen die Umwelteinflüsse relativ empfindlich, allerdings können sie in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen über mehrere Stunden, bei niedrigen Temperaturen (< 20 °C) in Wasser auch deutlich länger (bis zu einigen Monaten) überleben.
Wer sollte geimpft sein?
- Personen über 60 Jahre
- Personen, die Erkrankte betreuen ( Familienangehörige, medizinisches Personal sowie Pflegepersonal )
- Personen, die sich in Einrichtungen mit großem Publikumsverkehr aufhalten
- Personen mit gesundheitlicher Gefährdung ( ein bestehendes Grundleiden wie z.B. Diabetes, Immunschwäche, HIV-Infektion, chronische Lungen-,Herz-Kreislauf-,Nieren-oder Lebererkrankung )
- Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel sowie Wildvögeln
- Personen mit multipler Sklerose
Die Impfung sollte jährlich im Frühherbst erfolgen.
Im Falle einer drohenden Grippewelle ist aber eine Impfung auch noch später möglich und auf jeden Fall sinnvoll.
Allerdings dauert es ca. 2 Wochen, bis ein vollständiger Impfschutz aufgebaut ist.
Wurde mit dem richtigen Stamm geimpft, so ist die Bevölkerung mit bis zu 80 bis 90 Prozent vor der Influenzaerkrankung geschützt.
Bei der älteren Bevölkerung ist die Schutzrate vor der Erkrankung leider wesentlich niedriger. Deshalb sollte hier vermehrt auf eine verstärkte Impfrate geachtet werden. Todesfälle sind vor allem in der Gruppe der älteren Menschen sehr häufig zu beobachten!
Die Inkubationszeit der Influenza liegt bei ca. 1 – 4 Tagen.
Die Ansteckungsfähigkeit beginnt kurz vor dem Auftreten der typischen Symptome und besteht danach für 3–5 Tage, selten länger.
Kleinere Kinder können die Viren allerdings früher und auch für eine längere Zeit als die Erwachsenen ausscheiden.
Die große genetische Vielfalt der Influenzaviren beruht einerseits auf einer hohen Mutationshäufigkeit ( das Virus verändert sich ständig ) und andererseits darauf, dass die acht Gensegmente, die das Influenzavirus frei kombinierbar sind.
Durch diese permanente Veränderung des Virus muss der Impfstoff jährlich neu angepasst werden. Ebenso macht diese dauernde Veränderung das Virus so gefährlich.
Man vermutet, dass das für die große Pandemie 1918 verantwortliche A/H1N1-Virus durch die direkte Anpassung eines vom Vogel abstammenden Virus auf den Menschen entstanden ist.
Influenzavirus-Infektionen sind auf der ganzen Welt verbreitet und in der nördlichen und südlichen Hemisphäre treten in regelmäßigen Abständen in den Wintern Grippewellen auf.
Dadurch, dass die Jahreszeiten um ein halbes Jahr versetzt sind, tritt die winterliche Grippewelle auf der Südhalbkugel erst dann auf, wenn in der nördlichen Hemisphäre der Sommer angebrochen ist.
In Deutschland spricht man von einer Grippe – Epidemie, wenn die saisonale Grippewelle zu höheren Krankheitsfällen führt als in ” normalen ” Grippezeiten.
Eine Pandemie ist gekennzeichnet durch das Auftreten oder Wiederauftreten eines Influenza-A-Subtyps, gegen das die Mehrzahl der Bevölkerung nicht immun ist. Außerdem muss sich das Virus über den ganzen Globus verbreitet.
Bei den drei großen Pandemien des letzten Jahrhunderts (1918, 1957, 1968) kamen fast 40 Millionen / 1–2 Millionen / 1 Million Menschen ums Leben.
Die Symptome einer echten Grippe / Influenza sind:
- ein schneller Beginn der Erkrankung mit hohem Fieber ( mehr als 38,5 °C )
- einem trockenen Reizhusten
- starke Kopf- und Muskelschmerzen
- ein allgemeines starkes Krankheitsgefühl
- Schwächezustände
- Halsschmerzen
- Schweißausbrüche im Wechsel mit Schüttelfrost
In ganz schweren Fällen kann das Virus innerhalb weniger Stunden zum Tod führen!
Wie kann der Arzt eine Grippe feststellen?
Für eine Diagnostik hat sich ein direkte Nachweis von viralen Antigenen durch eine Immunfluoreszenz – Test, den ELISA – Test oder einen sogenannten Schnelltest aus Probeentnahmen der Nase oder des Rachens als gute und sichere Methode bewährt. Auch Proben aus dem unteren Respirationstrakte können verwendet werden.
Bei bakterieller Superinfektion kommen Antibiotika zum Einsatz.
Eine besondere Therapie mit antiviralen Arzneimitteln ist bei Personen mit einem Komplikationsrisiko sinnvoll.
Für diese spezielle Therapie sind zwei Substanzklassen angezeigt.
Sie sollten allerdings innerhalb der ersten 48 Stunden nach Einsetzen der Influenza-Symptome verabreicht werden.
Der Wirkstoff Amantadin hemmt die viralen Proteine der Membran und damit das Eindringen des Virus in die Zelle und den Zellkern. Amantadin ist allerdings nur gegen die Influenza-A-Viren wirksam – und es kommt relativ schnell zu Resistenzen.
Die beiden Neuraminidasehemmer Oseltamivir und Zanamivir schalten die Aktivität der viralen Neuraminidase aus und blockieren damit die Freisetzung neugebildeter Viren.
Die Neuraminidasehemmer wirken sowohl gegen Influenza-A- als auch Influenza-B-Viren, Resistenzbildungen treten wesentlich seltener auf als bei Amantadin.
Was kann ich selber tun, um nicht infiziert zu werden?
Tritt die Influenza vermehrt auf, so sollte man einige hygienische Grundregeln beachten:
- kein Händeschütteln
- nicht Anhusten oder Anniesen lassen
- Großveranstaltungen meiden
- die Hände häufig mit Seife waschen und/oder desinfizieren
- geeigneten Mundschutz tragen ( z.B. Coldex Mundschutz
)
Der Büchertipp zum Thema:
Praxishandbuch Influenza – verstehen, vorbeugen, erkennen und behandeln
Grippe, Pest und Cholera: Eine Geschichte der Seuchen in Europa

Erkältung vs. Grippe: Dooyoo - Symptome und Gegenmittel - www.dooyoo.de
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